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Bandenwerbung im Verein verwalten: vom Zettel zum System

Bandenwerbung ist in vielen Vereinen die stabilste Sponsoringform überhaupt. Sie ist für den Sponsor nachvollziehbar, für den Verein planbar, und sie läuft oft über Jahre. Genau diese Beständigkeit ist aber auch der Grund, warum die Verwaltung so selten mitwächst: Solange alles läuft, fällt nicht auf, dass niemand einen vollständigen Überblick hat.

Auffallen tut es an drei Stellen – und zwar immer an denselben.

Die drei Momente, in denen es klemmt

Ein Vertrag endet, das Banner hängt weiter

Der häufigste Fall und der unangenehmste. Eine Partnerschaft läuft aus, das Banner bleibt an der Bande – manchmal, weil es niemand mitbekommen hat, manchmal, weil niemand zuständig war. Für den ehemaligen Sponsor ist das im besten Fall eine unbezahlte Zugabe, im schlechteren ein Anlass für ein unangenehmes Gespräch. Umgekehrt kommt es genauso vor: Ein zahlender Sponsor stellt beim Heimspiel fest, dass sein Banner seit dem Rasenpflege-Wochenende im Geräteschuppen liegt.

Der Sponsor ändert sein Logo

Firmen benennen sich um, werden übernommen, modernisieren ihren Auftritt. Die Information erreicht den Verein meistens – aber sie erreicht eine Person, nicht ein System. Ein Jahr später druckt jemand anders das alte Logo nach, weil die alte Datei die einzige war, die er finden konnte.

Die Funktion wechselt

Das ist die strukturelle Ursache hinter beidem. Vereinsämter wechseln, und der Sponsorenbetreuer, der zehn Jahre lang alles im Kopf hatte, übergibt einen Ordner und eine halbe Stunde Gespräch. Was er nicht übergeben kann, ist der Kontext: welcher Sponsor empfindlich auf welche Platzierung reagiert, welches Banner schon zweimal ersetzt wurde, welche Zusage nur mündlich existiert.

Was eigentlich zusammengehört

Der Kern des Problems ist, dass vier Dinge zu einer Sponsorenpartnerschaft gehören, aber an vier verschiedenen Orten liegen:

Solange diese vier Dinge nicht miteinander verbunden sind, muss jede Frage einzeln recherchiert werden. „Läuft der Vertrag mit der Tischlerei noch?" ist dann keine Frage, die man in zehn Sekunden beantwortet, sondern eine, die drei Anrufe braucht.

Der Weg zum System – realistisch gedacht

Kein Verein stellt das an einem Wochenende um, und das muss auch niemand. Der Übergang funktioniert gut in dieser Reihenfolge:

  1. Bestandsaufnahme am Platz. Einmal mit dem Handy die Bande abgehen und jedes Banner fotografieren. Das Foto ist gleichzeitig Nachweis, Zustandsdokumentation und Gedächtnisstütze für die Platzierung.
  2. Jedem Banner einen Vertrag zuordnen. An dieser Stelle kommen die Überraschungen: Banner ohne laufenden Vertrag, Verträge ohne sichtbares Banner. Beides ist Geld – in die eine oder die andere Richtung.
  3. Laufzeiten mit einer Erinnerung versehen. Nicht zum Ablaufdatum, sondern zwei bis drei Monate davor. Eine Verlängerung, die rechtzeitig angesprochen wird, ist ein Gespräch. Eine, die nach Ablauf angesprochen wird, ist eine Neuakquise.
  4. Druckdatei an den Eintrag hängen. Bei jedem neuen oder erneuerten Banner konsequent, bei den bestehenden nach und nach. Wichtig ist nur, dass die Datei am selben Ort liegt wie die Information darüber, wo das Banner hängt.
  5. Eine Zuständigkeit benennen, nicht eine Person. „Materialverantwortung" als Funktion, an der die Übergabe hängt – nicht „der Karl macht das".

Der Nebeneffekt, der am meisten wert ist

Wer die Bandenwerbung so dokumentiert, bekommt etwas geschenkt, das im Sponsorengespräch überraschend viel bewirkt: einen Nachweis.

Ein Foto der Bande mit dem Logo des Sponsors, dazu der Zeitraum, in dem es dort hing, und die Veranstaltungen, die in dieser Zeit stattfanden – das ist eine ganz andere Grundlage für ein Verlängerungsgespräch als die Aussage, dass man ja bekanntlich zusammenarbeite. Kleinere Sponsoren rechtfertigen ihr Engagement intern oft gegenüber Partnern oder der eigenen Buchhaltung. Wer ihnen diese Rechtfertigung liefert, macht die Verlängerung wahrscheinlicher.

Es ist der seltene Fall, in dem Ordnung nicht nur Aufwand spart, sondern direkt auf die Einnahmenseite wirkt.

Womit man anfängt

Wenn Sie nur eines aus diesem Text umsetzen: Gehen Sie einmal mit dem Handy die Bande ab und ordnen Sie jedem Foto einen Vertrag zu. Die Lücken, die dabei sichtbar werden, sind der eigentliche Ertrag der Übung – und sie sind fast immer größer als erwartet.

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